49. Hofer Filmtage / Eindrücke

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Die 49. Hofer Filmtage finden dieses Jahr vom 20. bis 25. Oktober statt und wie jedes Jahr gibt es eine geballte Ladung Kino zu sehen. Vom späten Vormittag bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages gibt es auf acht Kinosäle verteilt aktuelle Kurzfilme, ausgewählte Spielfilme und Dokumentationen zu sehen. Filmliebhaber und Festivalnarren pendeln, bewaffnet mit Tickets und Kaffeebecher, durch Hofs Altstadt von Kino zu Kino, Regisseure stellen sich den Fragen ihres Publikums und garantiert wird nirgendwo gerade so viel über Kino und Film diskutiert wie hier in Hof.
Wir haben uns seit Freitag unauffällig unter das Publikum gemischt, uns von Tageslicht und Frischluft verabschiedet, um für euch möglichst viele Filme anzuschauen und zu besprechen. Nach einem skurril tragikkomischen Einstieg mit dem britischen Kurzfilm „Dive“ begann unsere filmische Reise mit „Darkness on the Edge of Town“, einer düsteren irischen Twin Peaks Version, in der ein junges Mädchen den grausamen Mord ihrer Schwester rächen will. Nach einem blutigen Finale begrüßte uns im nächsten Kino der israelische Regisseur Alexander Katzowicz und entschuldigte sich auch gleich beim Publikum für seine ausufernden Handlungsstränge in „Internet Junkie“. Seine Sichtweise auf unsere Multimediagesellschaft ist ein Kaleidoskop verschiedener Szenen aus Spanien, Israel und Südamerika und tatsächlich fehlt es dem Film an Tempo und auch der Humor ist ein wenig auf der Strecke geblieben. Gerade noch ein Ticket ergattert hatten wir für die Europapremiere der kanadischen Produktion „Jackie Boy“, einer faszinierenden Geschichte um drei Freunde, die sich über Partys, Drogen und Frauen abschleppen definieren und jeder auf seine Weise an unvorhersehbar brutale Grenzen stoßen. Der sehr symphatische Regisseur Cody Campanale stellte sich seinem Publikum und hatte auch für uns ein paar überraschende Antworten.
Im Vorpogramm lief hier der Kurzfilm „Lone Hunter“ von Pascal Leister. Die tragische Geschichte eines arbeitslosen Familienvaters basiert auf einer wahren Geschichte und ist in ihrer Komplexität eher Stoff für einen abendfüllenden Spielfilm. Jetzt gute Nacht und bis morgen im Kino.

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